Verein „SUNDJATA e.V.“ erfolgreich gegründet!

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SUNDJATA- Hilfe zur Selbsthilfe für Menschen mit Handicap in Guinea

Am 4. Februar 2018 wurde auf Initiative von Angelika Trabert der Verein Sundjata gegründet. Angelika Trabert wurde mit Fehlbildungen an beiden Beinen und der rechten Hand geboren.

siehe auch: www.angelika-trabert.de/ueber-mich

Menschen mit Handicap haben in einem 3. Welt-Land wie Guinea kaum eine Chance. Sie sind Last und Bürde für ihre Familien, oftmals ausgestoßen und auf sich selbst gestellt haben sie meist noch nicht einmal die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Sie können nur eines machen – zumindest in der Stadt… betteln.

„Diese Bilder gingen mir nicht mehr aus dem Kopf“, schreibt Angelika Trabert auf ihrer Website, „und führten letztendlich dazu, gemeinsam mit meinem guineischen Ehemann, das Projekt -Sundjata- (im Rahmen der Hilfsorganisation MANGO e.V., die schon seit Jahrzehnten medizinische Hilfseinsätze dort erfolgreich macht) ins Leben zu rufen. Ich bin privilegiert aufgewachsen, in einem stabilen Land mit guter Infrastruktur und vielen Möglichkeiten, habe eine gute Ausbildung erhalten und kann ein UNABHÄNGIGES LEBEN führen, DIES MÖCHTE ICH AUCH ANDEREN MENSCHEN ERMÖLICHEN!“

 

Angelika Trabert begleitet den Verein MANGO e.V. seit Jahren als Anästhesistin bei den medizinischen Einsätzen in Koolo Hinde/Guinea. Nun soll der Verein Sundjata e.V. auf eigenen Füßen stehen und die geplanten Projekte in Guinea eigenständig anpacken. In Zusammenarbeit mit dem Partnerverein Sundjata in Guinea soll auf verschiedenen Ebenen den Menschen mit Handicap die Möglichkeit gegeben werden, ein selbstständiges Leben zu führen, Menschenwürde und soziale Anerkennung zu erlangen, am Bildungs- und Gesundheitswesen teilzuhaben und eine Stimme im öffentlichen Leben zu erhalten.

Projekt A (jüngere Menschen mit Handicap)

  1. Infoveranstaltung/Sensibilisierung: Aufklärung von Menschen mit Handicap und ihrer Angehörigen in Guinea, Evaluation der Bedürfnisse um jüngere Menschen mit Handicap in die Schule schicken zu können.
  2. Organisation der Unterstützung: Fahrdienst, Taxi etc.

Projekt B (Jugendliche/junge Erwachsene mit Handicap)

  1. Erwerb eines Grundstückes oder zur Verfügungstellung durch den Staat
  2. Bau eines Zentrums (es soll eine Unterkunft und ein Schulgebäude entstehen)
  3. Parallel Suche nach einer „Hausmutter/Hausfamilie“
  4. Lehrer (vormittags Unterricht in Lesen, Schreiben, Rechnen)
  5. Praktische Arbeit mit Lehrer/Hausmutter als Ausbildung in Landwirtschaft, Nähen, Kochen etc
  6. Paten in Deutschland finden, die sich für z.B. 2 Jahre zur Unterstützung verpflichten

Ziel dabei ist die Rück-Integration in ihre Familien mit der Möglichkeit den Unterhalt selbst zu bestreiten oder aber zu dem der Familie etwas beizutragen. Nur so kann auch im familiären und meistens dörflichen Umfeld ein Umdenken „von der unnützen Last“ zur „Stütze“ von Familie und Gemeinschaft erfolgen.

WIE ALLES BEGANN

„Kadiatou war meinem Mann 2011 bei einer Fortbildung im Waldteil von Guinea aufgefallen“, schreibt Frau Dr. med. Angelika Trabert auf der Website. „Das kleine Mädchen saß zu Hause, ging nicht in die Schule. Bei einem Besuch zeigte er den Eltern Bilder von mir und erzählte von meiner Arbeit als Ärztin. Er erklärte, warum gerade für Menschen mit Handicap die Schulbildung so wichtig ist und versprach Unterstützung, wenn sie sich für einen Schulbesuch einsetzen würden. 1/2 Jahr später erreichten uns diese Bilder: Kadiatou in Schuluniform. Dafür organisierten wir einen Rollstuhl für Kadiatou. (derzeit natürlich noch viel zu groß, jedoch wird er ihr später die Möglichkeit geben, weitere Strecken zurückzulegen) … die Idee war geboren!“

Die Idee für einen Verein, der sich den Namen und das Vorbild des legendären SUNDJATA Keita zu eigen macht, der Gründer des großen mittelalterlichen Königreiches Mali. Er selbst wurde mit körperlichen Behinderungen geboren. Mit seiner ebenfalls deswegen verspotteten Mutter mussten sie vor den grausamen Verfolgungen fliehen. Nur mit unendlicher Disziplin und Anstrengung konnte er sich aus seiner Behinderung befreien. Nach Jahren des Exils im Ghana-Reich, wo er sich eine leitende Position erarbeitet hatte, sein Volk aber – die Mandinka -, mittlerweile vom König der Sosso erobert und unterdrückt wurden, wurde Sundjata (Sohn des Löwen) um Hilfe gebeten, sein Volk aus der Not zu befreien. Er besiegte mit seinen Verbündeten den Sosso-König, schuf ein mächtiges, dreihundert Jahre währendes Königreich, welches weltweit Handel trieb, und erhielt den königlichen Titel Mansa.

Zurück in die Gegenwart – Zurück nach Europa

Obwohl weltweit die UN-Menschenrechtscharta, europaweit die Europäische Menschenrechts-Konvention und in Deutschland unter anderem das Grundgesetz ein Diskriminierungsverbot festlegen, werden diese Konventionen immer wieder mit Füßen getreten. Nach dem grausamen Missbrauch und der Verfolgung und Vernichtung „minderwerten Lebens“ in 12 Jahren Nazi-Herrschaft sollte man nicht glauben, dass auch in Deutschland immer wieder Menschen mit Handicap missachtet und verhöhnt werden.

Der Verein SUNDJATA will dazu beitragen, dass auch in Guinea, einem der ärmsten Länder dieser Welt, Grundstrukturen geschaffen werden, um Menschen mit Handicap ein Maximum dieser weltweit vereinbarten Gleichstellung aller Menschen zu ermöglichen, unabhängig von ethnischer Herkunft und Sprache, Religion und Weltanschauung, körperlicher und geistiger Verfassung, Geschlecht und sexueller Orientierung.

Weitere Informationen, Kontaktmöglichkeiten, SpendenKonto auf: www.sundjata.org