Das Glückliche, das Friedliche, das Gesunde Neue Jahr 2026!

 in Marktplatz Gesellschaft

Es hat begonnen: das Neue Jahr 2026. Die meisten von uns haben des Neujahrsanfang in irgendeiner Form gefeiert. Zuhause mit der Familie, mit dem Partner, mit Freunden oder in Gesellschaft mit lockerer Partystimmung, vielleicht auch feierlich mit Frack und langer Robe.

Sektkorken wurden geknallt, reichlich Essen und Trinken wurde aufgetischt, es wurde gelacht und getanzt.

Von der Straße drangen mit dem Geknalle kriegstauglicher Sprengkörper wieder die üblichen Katastrophenmeldungen zu uns vor, an die wir uns zu gewöhnen scheinen. Zu Konsequenzen durch den Staat führen sie bisher nicht.

Vielleicht soll der mit dem Feiern verbundene erhöhte Lärmpegel auch die lauten Hilfeschreie aus anderen Ecken unserer Gesellschaft und aus anderen Regionen der Welt überdröhnen, wenigstens für ein paar Stunden – und wir konnten uns genüsslich „Glück, Gesundheit und Frieden“ wünschen.

Trotz aller Wünsche für ein glückliches Neues Jahr bleibt jedoch das Unglück in weiten Teilen der Welt erhalten, nah und fern. Das Glück, zur rechten Zeit am rechten Fleck auf dieser Erde geboren worden zu sein, hat nur ein kleiner Teil der Bevölkerung.

Trotz aller Wünsche für ein friedliches Neues Jahr haben die Kriege und Konflikte auf dieser Welt nicht geruht. Wie in Venezuela haben sie sich sogar verschärft. Gewalt wird zunehmend zur anerkannten Methode der Durchsetzung politischer und wirtschaftlicher Interessen.

Trotz aller Wünsche auf ein gesundes Neues Jahr werden auch 2026 viele Menschen keinen Zugang zu einer ausreichenden Gesundheitsversorgung finden. Doch auch „wir“, die wir in einem der reichsten Länder der Welt mit einem der teuersten Gesundheitssysteme der Welt leben dürfen, gestatten uns, die Augen vor schädlichen Umwelt- und Ernährungseinflüssen, krankmachenden kriegerischen und persönlichen Auseinandersetzungen zu verschließen – und sind auch nicht gesünder als andere Menschen in vergleichbaren Staaten.

Im EDITORIAL der Zeitschrift THE LANCET vom 3. Januar 2026 appelliert der Autor an den Zusammenhang von Gesundheit und Frieden. Der Link zum Artikel findet sich am Ende des Beitrages (keine-Gesundheit-ohne-Frieden).

Sorgen wir dafür, dass Gesundheit nicht nur verwaltet wird, Arbeit im Gesundheitsdienst kein Job wie jeder andere ist, sondern nur auf der Grundlage von Frieden nachhaltig wirken kann. Prophylaxe spielt in der Gesundheitsversorgung eine immer größere Rolle. Eine konsequente Friedenspolitik ist die Basis jeder Gesundheitsprophylaxe.

Am vorletzten Tag des Jahres 2025 ist das Gründungsmitglied der Sektion Deutschland des IPPNW („Internationale Ärzt**innen für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzt*innen in sozialer Verantwortung“) Prof. Dr. Ulrich Gottstein im Alter von 99 Jahren verstorben. Einen Nachruf des IPPNW findet Ihr hier:  https://www.ippnw.de/startseite/artikel/de/ippnw-trauert-um-gruendungsmitglied-d.html

Prof. Dr. Ulrich Gottstein war ein leidenschaftlicher Kämpfer für den Frieden, für eine humanitäre Gesundheitsversorgung und soziale Gerechtigkeit. Er wurde zweimal zur Friedensnobelpreisverleihung nach Oslo eingeladen: 1985 für den IPPNW und 2017 für den ICAN („Internationale Kampagne für die Abschaffung der Atomwaffen“).

Sorgen wir dafür, dass Friedenspolitik nicht als ein Deal um Rohstoffquellen, Machtsphären und Menschen-„Material“ missbraucht wird und in Zukunft wieder wie im „Wilden Westen“ das Recht des Stärkeren bestimmt, wo’s lang geht. „Für den Frieden kämpfen“ ist nicht identisch mit „den Krieg vorbereiten“.

Hier der Link zum aktuellen Artikel in The Lancet in deutscher Übersetzung

keine-gesundheit-ohne-frieden

 


Nicht nur im Hinterhof des US-amerikanischen Einflussbereiches werden massiv der Interessen der Völker missachtet. Das ist zunehmend in jedem anderen Teil der Welt der Fall und kann zu fatalen Konsequenzen führen.