Adipositaschirurgie

Die Adipositas, auf deutsch Fettleibigkeit, ist zu einem wichtigen Thema der Gesundheitspolitik geworden. In Deutschland nimmt das Krankheitsbild der krankhaften Fettleibigkeit dramatisch zu.

Die Zahlen über die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter weisen darauf hin, dass in 40 Jahren 50% der Erwachsenen unter Fettleibigkeit leiden. Es sei denn, es werden entscheidende Schritte zu deren Verhinderung unternommen.
Hier sind alle Ebenen der Gesellschaft gefragt. In der Politik und bei den Krankenkassen, den sogenannten Kostenträgern, mahlen die Mühlen der Bürokratie langsam.

Ein wichtiges Standbein in der Behandlung der Adipositas und deren Begleiterkrankungen ist die metabolische Chirurgie, die Adipositas-Chirurgie, auch bariatrische Chirurgie genannt. Obwohl die Rate der Adipösen in Deutschland einen Spitzenplatz einnimmt, liegt die Zahl der operativ Behandelten in Deutschland am unteren Ende der Skala.
Dabei ist mittlerweile auch wissenschaftlich anerkannt, dass ab einem bestimmten Grad an Adipositas und bei Vorliegen bestimmter Begleiterkrankungen die operative Behandlung die einzige Behandlungsform ist, welche auch nachhaltige Erfolge zeitigt.

Adipositas als Krankheitsbild bedeutet:
 

  • der Bodymass-Index, kg/cm², liegt über 35
  • die häufigsten Begleiterkrankungen sind: Diabetes mellitus, Hypertonie, Fettstoffwechselstörung, Schlafapnoe, chronisch-venöse Insuffizienz, Gelenkerkrankungen, Depressionen,


Dies führt zu:
 

  • verkürzter Lebenszeit
  • erhöhtes Krebsrisiko
  • erhöhte Demenzrate
  • Gefäß- und Herzerkrankungen
  • soziale Isolation
  • Schwangerschaftskomplikationen
  • erhöhtes Operationsrisiko


Nach misslungenen Behandlungsmethoden wie Diäten, Bewegungstherapie, Verhaltenstherapie u.a. werden heute von zertifizierten Adipositaszentren im Zusammenspiel verschiedener Disziplinen von chirurgischer Seite maßgeschneiderte Operationsmethoden empfohlen.

Da alle Methoden mehr oder weniger stark in den Stoffwechsel eingreifen und den Diabetes z.B. heilen können, unterscheidet man nicht mehr strikt in Verfahren, welche einerseits die Menge der aufgenommenen Nahrung vermindern (wie das Magenband), und solche, welche die Menge an Kalorienaufnahme reduzieren (wie der Magenbypass in seinen verschiedenen Formen).

Bei der Entscheidung zu einer operativen Behandlung sind vorneweg wichtige Fragen zu beantworten:

1.    Eignet sich eine Operation für mich in Bezug auf
 

  • Alter (18 – 65),
  • BMI (s.o.),
  • Begleiterkrankungen
  • Zeitraum der bestehenden Fettleibigkeit
  • bereits erfolglose Abnehmversuche mit Diäten, Bewegungs- und Verhaltenstherapien
  • es bestehen keine weiteren Krankheiten, welche für Adipositas verantwortlich sind
  • es besteht kein Alkohol- und Drogenmissbrauch


2.    Bin ich bereit
 

  • meine Ess- und Lebensgewohnheiten zu ändern
  • die notwendigen Kontrolluntersuchungen und Behandlungen nach der Operation wahrzunehmen, also in Betreuung spezialisierter Ärzte zu bleiben


3.    Für wen eignet sich eine Operation nicht:
 

  • Schwangere
  • Suchtkranke
  • Patienten mit bösartigen Erkrankungen, HIV, TBC u.a.
  • Patienten mit chronischen Erkrankungen des Magens


Das Adipositas-Zentrum in Frankfurt an der Klinik Rotes Kreuz bietet verschiedene Behandlungsformen an. Die Operationen können in der für Adipositas-Chirurgie speziell eingerichteten Klinik durchgeführt werden. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Homepage http://www.adipositas-ffm.de
 

Ein Vortrag von Dr. med. Franz-Ferdinand Henrich zum Thema "Übergewicht und Adipositas – Schicksal oder Herausforderung?" ist in der Bibliothek als Download verfügbar.

 

Weitere Links:

http://www.adipositas-gesellschaft.de

http://www.adipositas-hessen.de